SF34 – Children of Men

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I’m alive!

In einer nahen Zukunft hat der Spätfilm ein kleines Cameo als Wilhelmschrei mit Tinnitus. Menschenskinder, ist das mal wieder lang geworden! Wir haben auch extra Emmanuel Lubezki angerufen, weil wir den Podcast der goldenen mexikanischen Generation als One-Take aufnehmen wollten, am Ende mussten wir aber mehrere Versionen mit CGI zusammenzuschneiden. Weil Animatronic scheiße aussieht, machten wir keinen Podcast im dokumentarischen Stil sondern liefen mit Alfonso Cuarón durch seinen Film im First-Person-Shooter-Look. Zieh an meinem Finger!

Vorgeplänkel

Im Vorgeplänkel sprachen wir über den Wilhelmschrei. Der Wilhelmschei ist ein Easteregg, das Hollywood-Tontechniker gerne in ihren Filmen verstecken. Der Schrei kommt in über 300 Filmen und Serien vor, darunter sind Indiana Jones und der Tempel des TodesToy Story und Die Simpsons. Er wurde das erste Mal in Distant Drums (1951) verwendet. Seinen Namer erhielt er aber von seiner Zweitverwendung in The Charge at Feather River (1953), in der eben ein Wilhelm ihn ausstößt. Hier könnt ihr ihn euch anhören und herunterladen, er ist nämlich mittlerweile gemeinfrei. Und hier noch einmal ein schöner Supercut:

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Eckdaten

Regie: Alfonso Cuarón
– Filmographie (Auswahl):
Great Expectations (1998)
Y tu mamá también (2001)
Harry Potter and the Prisoner of Askaban (2004)
Paris je t’aime (2006)
Children of Men (2006)
Gravity (2013)
Besetzung: Clive Owen (Theo Faron), Julianne Moore (Julian), Michael Caine (Jasper)
Erscheinungsjahr: 2006
Budget: 76 Mio $
Genre: Sience Fiction, Dystopie, Thriller, Drama

Die Produktion von Children of Men

Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von P. D. James*. James hatte auch ein Cameo in Children of Men, sie ist die alte Frau im Café in der ersten Szene:

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Die Autorin ist 2014 im Alter von 94 Jahren verstorben.

Der Sound

Children of Men war der erste Mainstream-Kinofilm, der ein Creative-Commons-Sample nutzte und dies im Abspann auch korrekt angibt: Das Sample war “male_Thijs_loud_scream.aiff” von thanvannispen via Freesound.org. Der Sample steht unter der Lizenz CC BY 3.0. Auch wir haben ihn in der Folge abgespielt.

Die Bilder

Children of Men ist berühmt für seine Longtakes. Kameramann war Emmanuel Lubezki (der 2014 und 2015 jeweils den Oscar für die beste Kamera für Gravity und Birdman bekam).

Die Longtakes

“and there is a chase scene with one of the most sudden and violent moments I have ever seen in a film. Not all of the chases in all of the Bournes equal this one, shot in a single take by one camera, for impact.”

Roger Ebert

Es gibt viele lange Einstellungen in Children of Men. Aber zwei Longtakes sind besonders berühmt geworden. Am berühmtesten ist sicherlich die Szene, die Roger Ebert oben beschreibt. Bei diesem Longtake, in dem das Auto der Protagonisten attackiert wird, saß die Karosserie des Autos auf einem speziell preparierten Schlepper, in dem der Fahrer in einer Art Go-Kart dicht über dem Boden saß. Oben auf dem Wagen war eine Kabine für Regie und Kameramann. Durch die Decke des Autos war eine Kamera gelassen, die sich frei bewegen konnte. In diesem wie in anderen Longtakes wurde mit versteckten Schnitten gearbeitet. Die Aufnahme wurde letztlich aus sechs Takes zusammengesetzt und die Übergänge mit CGI versteckt. Außerdem sind der Tischtennisball, der Molotovcocktail, das Motorrad, die Scheibe und die Autodecke CGI. Hier ein schönes Making-Of-Video:

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Der zweite berühmte Longtake ist eine Kriegsszene gegen Ende des Films In dieser Kriegsszene spritzt Blut auf die Kamera, das war eigentlich ein Versehen und Cuarón hatte wohl sogar schon „Cut“ geschrien, aber das war in einer Explosion untergegangen. Er wollte den Take dann noch einmal aufnehmen, aber Lubezki überzeugte ihn davon, die Szene genauso in den Film aufzunehmen.

CGI

Der Film ist ein sehr gelungenes Beispiel, wie man CGI (Computer Generated Imagery) dezent einsetzen kann zum Vorteil des Films. Obwohl in vielen Szenen CGI verwendet wird, bleibt sie meist dezent und macht so Children of Men nicht zu einem “CGI-Porno”. Beispielsweise wurde bei dem Erscheinungsbild Londons viel CGI verwendet um den futuristisch-dystopischen Look zu gestalten. Die Protese der David-Statue im Film stammt ebenfalls aus dem Computer. Die Statue ist eine häufig verwendete Hollywood-Attrappe und hat eigentlich zwei intakte Beine:

Screenshot aus Cildren of Men von Alfonso Cuarón. Copyright: Universal Pictures. Hier bei Amazon.*

Screenshot aus Cildren of Men von Alfonso Cuarón. Copyright: Universal Pictures. Hier bei Amazon.*

Besonders beeindruckend ist der Einsatz von CGI in der Geburtsszene. Clare-Hope Ashitey, die Schauspielerin, die Kee spielte, lag bei der Geburtszene in einem Fake-Unterkörper, das Baby war eine Attrape, die später dann mit CGI ersetzt wurde.

Filmisches Erzählen in Children of Men

In sehr vielen Analysen und Rezensionen heißt es, Children of Men hätte einen dokumentarischen Stil. Wie schon bei 23 widersprechen wir auch hier wieder dieser Auffassung. Statt von der Doku glauben wir viel mehr, dass der Film vom Computerspiel beeinflusst wurde. Durch die vielen Longtakes und die Handkamera, die immer dicht an Theo und Kee bleibt, bekommen die Zuschauer den Eindruck, mit den Protagonisten durch den Film zu laufen. Das erinnert stark an einen First-Person-Shooter. Verstärkt wird das durch hyperrealistische Effekte wie ein Tinnitus-Geräusch nach Explosionen und Schüssen oder Blut, das gegen die Kamera spritzt.

Bibel, Tod und Unfruchtbarkeit

Der Titel des Films zitiert die englische Übersetzung Psalm 90 der Bibel. Dort heißt es …

You return man to dust and say, “Return, O children of man!”

… in der English Standard Version.

Der Film ist voller christlicher Symbolik. Wir sind uns aber uneinig ob diese eher dezent (Daniel) oder aufdringlich (Paula) wirkt. Fakt ist aber, dass der Film insgesamt die Geschichte von der konservativen und christlichen Weltsicht befreit hat, die noch im Roman vorherrscht indem er die christliche Symbolik nicht benutzt, um irgendetwas zu erklären.

Trotzdem bedient er sich vieler christlicher Symbole: Die Terroristen nennen sich „The Fishes“, Kee und Theo sind eine Variante von Maria und Joseph. Der Name „Theo“ bedeutet Gott. Als Kee Theo offenbart, dass sie schwanger ist, steht sie in einem Stall, später behauptet sie scherzhaft, dass sie Jungfrau sei. Außerdem gibt es mehrere Szenen, in denen Füße gewaschen werden. Am Ende fahren Theo, Kee und das Baby in einer Mosesbarke aufs Meer hinaus. Kee ist trotz anderer Schreibweise “der Schlüssel”. Und Theo ist Freund der Tiere, wir sind uns aber uneins, ob das ein christliches Symbol ist.

Im Film sind der Grund für die fehlenden Geburten, dass Frauen unfruchtbar sind, im Roman waren es noch die Männer. Warum diese Änderung?

Zwei mögliche Erklärungen:

1. Cuaron gibt dem Zuschauer keine Erklärung für die Unruchtbarkeit, er benutzt absichtlich dieses Element der Ungewissheit als athmosphärisches Mittel. Immer, wenn jemand anfängt, zu erklären, wie die Welt vor die Hunde ging, wird er oder sie von Theo unterbrochen (übrigens der “As You Know“-Trope). Und durch diese Veränderung nimmt er eben auch die Erklärung weg, die im Buch gegeben wird: Dass die Unfruchtbarkeit eine Strafe Gottes ist. Roger Ebert meint sogar, dass der Mangel an Kindern als MacGuffin dient um die Handlung in Gang zu bringen und uns die Dystopie zu zeigen. Die eigentliche Dystopie besteht aber weniger aus der Unfruchtbarkeit sondern mehr aus der Weiterentwicklung heutiger Probleme: Einwanderung, Terrorismus, Überwachungsstaat, religiöser Fanatismus.
2. Children of Men spielt stark mit der Heldenreise (Siehe auch unsere Folge zu X-Men) und der klassischen Heldenrolle. Kee zur einzig fruchtbarem Frau auf der Erde zu machen, macht sie noch mehr zur Damsel in Distress als wenn irgendein Mann verantwortlich für das einzige Kind in der Welt ist.

Auch für Kinderlosigkeit und Tod wartet der Film mit einigen Symbolen auf:

  • Als Jasper Kee und Miriam von Theos totem Kind erzählt, läuft im Hintergrund Mahlers “Kindertotenlieder”:
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  • Katzen und Hunde treten an die Stelle der Kinder
  • Wir bekommen eine verlassene Schule und einen verlassenen Spielplatz gezeigt
  • Im Film taucht drei Mal “Shantih, shantih, shantih“ auf – Miriam kommentiert damit Julians Tod, Jasper sagt es, als er herausfindet, dass Kee schwanger ist und ganz am Ende der Credits steht es geschrieben. Die Worte stammen aus T. S. Eliots Gedicht “The Wasteland“ (Hab’s doch online gefunden und hoffe, das Linkziel ist legal) ein Gedicht, das sich wohl mit Unfruchtbarkeit und Dystopie beschäftigt. Es stammt aus dem Sanskrit und bedeutet in etwa „innerer Frieden“
  • Im Film wird immer wieder für ein Medikament namens „Quietus“ Werbung gemacht. Später stellt sich heraus, dass es sich um eine Suizid-Droge handelt. Dies ist ein Hamlet-Zitat.
  • Ein oft verwendeter filmischer Trope ist “Death Is Dramatic“: Wenn wichtige Protagonisten sterben, dürfen sie noch eine dramatische Abschiedsrede halten. So zum Beispiel Boromir im Herr der Ringe oder Roy Batty in Blade Runner. Hier wird das aber als Anti-Trope verwendet: Die Protagonisten sterben plötzlich und sind dann einfach weg. Es gibt keine dramatischen Todesszenen mit langen Reden.

Vordergrund und Hintergrund

Der Film erzählt eigentlich zwei Geschichten – eine im Vordergrund und eine im Hintergrund. Im Vordergrund ist der Film ein geradliniger Sience-Fiction-Thriller, während er im Hintergrund Probleme unserer Gesellschaft aushandelt, indem er sie fortschreibt. Diese Hintergrundgeschichte wird in Straßenszenen, Schlagzeilen, Werbung, Schilder, Grafitti und Kunstwerken erzählt.

Die Passanten reagieren oft apathisch auf die dystopische Welt. Theo und alle anderen laufen an den Käfigen mit Fugees vorbei, ohne sich auch nur umzudrehen. Vergleichbar mit unserem Verhalten heutzutage Obdachlosen gegenüber. Auch als Theo gekidnappt wird, zeigt sich diese Teilnahmslosigkeit, indem die Passanten sich nicht einmal umdrehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Staat kein Gesicht bekommt. Wie bekommen keinen Big Brother gezeigt, keine Spitzenpolitiker als Symbole für das repressive System, sodass der Schrecken anonym und damit omnipräsent bleibt.

Kunstwerke

Children of Men benutzt viele barühmte Kunstwerke als Symbole. So den oben erwähnten David von Michelangelo, der als Symbol für den perfekten Mensch in diesem Film beschädigt ist. Ferner taucht Picassos Gemälder Guernica auf.

Nachtrag zum Podcast: Daniel sagte, Guernica sei nach der Stadt benannt, die im spanischen Bürgerkrieg übrigens von Deutschen Bombern zerört wurde, Paula meinte, es sei ein Wortspiel mit Krieg. Da die Stadt Gernika hieß, hatte wir beide Recht.

Über der Battersea Power Station sieht man einen Schweineballon schweben. Das ist ein Easteregg, das auf Pink Floyds Album Animals verweist, das 1977 erschien. Der Film spielt 2027 am 50-jährigen Geburtstag von Animals. Der Film arbeitet ferner viel mit Street-Art im Hintergrund, unter anderem sieht man “Two Cops kissing” von Banksy. Und ganz Ende am sieht man in einer Höhle so etwas wie Hölenmalerei. Wir spekulieren, dass sie als Symbol der Wiedergeburt für die menschliche Kultur und somit als ein Symbol der Hoffnung funktioniert. Da ja die Hölenmalerei der Beginn der menschlichen Kultur war.

Flüchtlinge

Daniel stellt die These auf, dass Children of Men, obwohl er in Großbritannien spielt, ein sehr mexikanischer Film ist und vergleicht ihn mit Babel. Wie in Babel bekommen wir hier den Kontrast zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen gezeigt. Aber während Babel das – zumindest in einer Episode – am ausgetretenen Klischee der mexikanischen Grenze macht, macht Children of Men einen Perspektivwechsel und zeigt das gleiche Thema am Beispiel der Festung Europa. Cuarón macht dabei eine eindeutige Holocaust-Analogie auf, indem der die Flüchtlingsproblematik unserer Zeit fortschreibt und so aufzeigt, wohin wir uns entwickeln, wenn wir nicht aufpassen.

Das ganze gipfelt in der Szene, als Kee, Theo und Miriam im Flüchtlingslager Bexhill ankommen. Die Szene ist eindeutig angelegt an die Prozedur in Auschwitz, wenn neue Gefangene eintrafen, indem gleich eine Vorauswahl getroffen wird zwischen jenen, die ins Lager kommen und anderen, die sofort exekutiert werden. Als Miriam (Pam Ferris) dann aus dem Bus geholt wird, läuft auch noch “Arbeit macht frei“ von den Libertines. “Arbeit macht frei“ stand am Tor von Auschwitz.

 Der Antiheld

Einmal mehr setzen wir uns mit einem unserer Lieblingsthemen auseinander: dem Antihelden. Theo ist ein ganz formidables Exemplar. Er beginnt als klassischer Han Solo, der keine Ideale (mehr) hat und sich auf das Abenteuer nur wegen des Geldes einlässt. Obendrein ist er Alkoholiker. Als er von Kees Schwangerschaft erfährt, ändert das für ihn alles und er wird zum Überzeugungstäter. Soweit, so konventionell.

Aber Theo fällt total heraus aus dem klassischen Actionheldenschema. Daniel stellt die steile These auf, dass er impotent ist, im Sinne des klassischen Actionhelds. Das äußert sich in zwei Symptomen: Theo vermeidet es konsequent während des gesamten Film eine Waffe in die Hand zu nehmen, eine Eigenschaft, die er mit Doctor Who teilt. Außerdem ist Theo Raucher, kommt aber nie zum Rauchen. Jedes Mal, wenn er eine Zigarette rauchen will, kommt irgendetwas dazwischen und er muss das Rauchen wieder verschieben.

Weiter ist Theo der klassische kleine Mann (Vgl. unsere Folge zu Die Hard). Er ist kein Arnold Schwarzenegger, der mit Muskelpaketen und Maschingewehren Kee beschützen kann. Er hat nichts weiter zu geben, als sein gutes Herz. Der kleine Mann wird auch durch eine eindeutige Die-Hard-Referenz symbolisiert: Wie John McClane muss Theo einen Großteil seines Abenteuers ohne Schuhe überstehen. Aber im Gegensatz zu Bruce Willis macht er aber bis zum Ende des Films keine Metamorphose durch sondern bleibt ein ungewöhnlicher Held.

Zu guter Letzt stellen sich alle Männer, die sich in diesem Film Actionfilm-typisch verhalten, früher oder später als böse heraus, während alle Frauen gut sind. Theo fällt eben wegen seines untypischen Verhaltens aus dieser Dichotomie heraus.

Zitate und Referenzen

Folgende Filme werden in Children of Men zitiert:

  • Alfonso Cuarón sagte, dass Sunrise: A Song of Two Humans (1927) großen Einfluss auf CoM hatte. Allerdings wissen wir nicht genau, inwieweit.
  • Die Vögel (1963): Als Theo und Kee das Gebäude verlassen, stehen die Soldaten still, wie die Vögel als am Ende die Protagonisten fliehen:
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  • Cuarón sagte, er habe sich beim Dreh auch an The Battle of Algiers (1966) orientiert, dahingehend, dass er den Film nicht aussehen lassen wollte, als spiele er in der Zukunft, sondern als erzähle er etwas, das in der Vergangenheit liegt.
  • A Clockwork Orange (1971): Die Szene, in der Theo mit seinem Cousin isst, zitiert die Dinner-Szene aus Cockwork Orange:
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    Verdeutlicht wird das nicht zuletzt dadurch, dass Theos Cousin einen jungen Mann am Tisch immer wieder mit “Alex” anredet. Cuarón sagte, dass auch der Look der heruntergwirtschafteten Zukunft durch Clockwork Orange beeinflusst wurde.
  • Der Pate (1972): Kurz bevor der Wagen überfallen wird, schält Miriam eine Orange. Später kurz bevor die Fishes ins Flüchtlingslager einbrechen schält noch eine Frau, bei der sie Unterschlupf gefunden haben, eine Orange.
  • Die Straßenszene am Anfang zitieren jene von Blade Runner (1982):
    Youtube
  • Brazil (1985): Diese Handappartur zum Tippen aus Brazil wird zitiert.
  • Full Metal Jacket (1987): Die Häuserschlacht am Ende von Children erinnert visuell stark an jene aus Full Metal Jacket:
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  • Die Hard (1988): Theo muss auf seine Schuhe verzichten.
  • Der Soldat James Ryan (1998): Wie in James Ryan, spritzt auch in Children Blut gegen die Kameralinse.

Darüber hinaus, werden im Film sehr viele Pressefotographien zitiert, zum Beispiel aus den Balkankriegen, dem Irakkrieg, Afghanistan und Guantanamo Bay:

“They exit the Russian apartments, and the next shot you see is this woman wailing, holding the body of her son in her arms. This was a reference to a real photograph of a woman holding the body of her son in the Balkans, crying with the corpse of her son. It’s very obvious that when the photographer captured that photograph, he was referencing La Pietà, the Michelangelo sculpture of Mary holding the corpse of Jesus. So: We have a reference to something that really happened, in the Balkans, which is itself a reference to the Michelangelo sculpture. At the same time, we use the sculpture of David early on, which is also by Michelangelo, and we have of course the whole reference to the Nativity. And so everything was referencing and cross-referencing, as much as we could.”

Englische Wikipedia

Ein anderes Beispie sieht man, als Miriam aus dem Bus geführt wird. Die Kamera zeigt im Hintergrund Gefangene in Käfigen. Einer ist der “hooded man“, ein berühmtes Foto der Abu Ghraib Folterungen im Irak

Die Rezeption von Children of Men

Der Film war ein finanzieller Flop. Er spielte weltweit mit 69 Mio $ nicht einmal die Produktionskosten ein. Allerdings erhielt er überwiegend positive Kritiken. Insbesondere wurde die Optik gelobt.

“simply the most extraordinary look of any movie around”

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The End.

4 Gedanken zu „SF34 – Children of Men

  1. Pingback: SF34 – Children of Men | Privatsprache

  2. Arne (jacker)

    Was für ein gutes Timing, ich hatte den Film auch vor wenigen Wochen geguckt (zum zweiten Mal, nach etwa sieben Jahren) und bin absolut vom Glauben abgefallen, wieso ich den “nur” als sehr gute Dystopie in Erinnerung hatte. Ich bin ja seit Jahren Moviepilot-User und hatte dort nach der Sichtung im Affekt folgendes in die Tasten gehauen (keine Sorge Daniel, ist kein Review, hehe):

    “Wie, um alles in der Welt, konnte ich diesen Film denn “nur” als sehr gut in Erinnerung haben? Nun ja, in den bald 10 Jahren seit Erscheinen von CHILDREN OF MEN hat sich meine Filmrezeption sicher maßgeblich verändert und nun kann ich keine andere Bezeichnung als “Meisterwerk” finden!

    Das World-Building, die Authentizität der Settings, die Verschmelzung von Endzeit und Dystopie, die unbeschreibliche, Maßstäbe setzende Kamera-Arbeit, die Details, das Spiel, die Intensität. Woooooooow! Ich bin völlig umgehauen, in der Auto-Überfall-Szene war ich vor Spannung nah am Wegklappen!

    Nicht ein Staubkorn wirkt in dieser dreckig-hoffnungslosen Filmwelt out-of-place. Ein Blick in eine Zukunft, die sich niemand von uns wünscht, welcher fast schon beiläufig essentielle Merkmale des Totalitarismus zu Tage fördert.

    Spätestens nach einem Blick in die Extras der BluRay ist mir klar geworden, dass hier auch technisch das Unmögliche möglich gemacht worden ist. Voll weggeflasht, knumsayn bruv? Wicked!”

    Der Film hat mich einfach nur unglaublich begeistert und bekommt von mir die Höchstwertung! Warum, das habt ihr jetzt perfekt auf den Punkt gebracht. Witzig war dieses Mal auf jeden Fall die Handlung in 5 Sätzen – man multipliziere mit 10 und dann passt das ungefähr 😉

    Zu den biblische Zitaten und den Änderungen gegenüber der Buchvorlage: Ich denke Cuaron hat das bewusst so weit umgemünzt, dass wenn Unfruchtbarkeit eine Strafe dafür ist, dass die Menschen ihre Menschlichkeit und Güte (nicht den Glauben) verloren haben. Die vielen Anlehnungen an Holocaust und die ganze Thematisierung des Totalitarismus stellen die Welt ja als völlig entmenschlicht dar (wozu auch die Abgestumpftheit beiträgt, mit der die Bürger der täglichen Gewalt gegenüber treten) und die Unfähigkeit sich fortzupflanzen würde ich als Signal deuten – wenn die Menschen Respekt, Wärme und Güte verloren haben, gibt es eh nichts mehr, wofür es sich (aus göttlicher Sicht) lohnen würde diese Spezies am leben zu halten. Die Symbolik am Ende könnte auf einen Neustart hindeuten, das Baby als Chance. Ich kann das aber alles noch gar nicht so recht greifen und werde den Film sicher in nächster Zeit noch häufig anschauen – was ihr alles an Aspekten besprochen habt, über die ich mir noch gar keine Gedanken gemacht hatte, führt mir das noch mal eindrücklich vor Augen!

    Danke auch die lobenden Erwähnungen :-*

    Jetzt bin ich ja mal gespannt auf eure konzeptuellen Variationen zu HDR. Da hab ich ebenfalls den ersten vor einer Weile geschaut und werde in den nächsten Wochen auch die Fortsetzungen nachlegen (4h pro Film muss auch ich disponieren, ich möchte aber gerne jeden Teil in eins gucken)!

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  3. Pingback: Second Unit #236 – Children of Men (Gast: Tamino Muth) | Second Unit

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