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SF58 – La Grande Bellezza (Followbruary feat. Arne)

avatar Daniel
Parodie eines Intellektuellen
avatar Arne
melancholischer Träumer
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Ein Spätfilm-Telegramm zum Followbruary auf Letterboxd

Daniel hat noch einmal Arne eingeladen. Diesmal darf Arne von La Grande Bellezza vorschwärmen. Während der Gast aus dem Enough Talk die Melancholie und den Blick zurück besonders zu schätzen weiß, resonieren bei Daniel mehr die Parodien auf die Intellektuellen.

La Grande Bellezza ist ein Lieblingsfilm von Stefan. Die Followbruary-Liste von Daniel findet ihr hier.

Die Eckdaten zu La Grande Bellezza

Erscheinungsjahr: 2013
Regie: Paolo Sorrentino
– Filmographie (Auswahl):
2001 L’uomo in più
2004 Le conseguenze dell’amore
2011 This Must Be the Place
2013 La Grande Bellezza
2015 Youth
Budget: €9.2 Mio
Einspielergebnis: $21,3 Mio (weltweit)
Besetzung: Toni Servillo (Jep), Carlo Verdone, (Romano), Sabrina Ferilli (Ramona), Galatea Ranzi (Stefania),
Genre: Millieustudie, Parodie, Drama, Tragikomödie

Fazit

Arne schwärmt von der träumerischen Melancholie, die der Film verströmt, wenn er auf der Suche nach der großen Schönheit nur leere Hüllen findet. Daniel lacht über die Parodie der Intellektualität. Beide sind wir gefesselt von der entfesselten Kamera. Doch Daniel kritisiert auch den Konservatismus und die Doppelmoral des Films. Und auf die Afrikaner in ihren Baströckchen können wir uns überhaupt keinen Reim mehr machen.

Hörenswert

1911 – L’Inferno

Die Adaption von Dantes Göttlicher Komödie, verfilmt von Francesco Bertolini, Adolfo Padovan, and Giuseppe De Liguoro ist eine dreifache Premiere in meinem Trip durch die Filmgeschichte:

1. Der erste italienische Film, den ich hier bespreche
2. der erste Feature-Film
3. die erste Nackt-Szenen

Der Film ist 68 Minuten lang und der älteste Feature-Film, der bis heute überlebt hat. Der erste abendfüllende Spielfilm überhaupt war wohl The Story of the Kelly Gang von 1906, der aber nicht mehr komplett erhalten ist. Der wohl einzige australische Beitrag zu Filmgeschichte außer Mad Max.

L’Inferno war mit einem Budget von mehr als 100.000 Lire teuer, er brauchte drei Jahre, um produziert zu werden, aber er war auch ein weltweiter Erfolg und spielte etliche Millionen ein. Angeblich ist er bis heute die beste Verfilmung von Dantes Buch, was aber wohl eher etwas über die anderen Filme aussagt.

Die Story ist schnell erzählt: Dante steigt in die Hölle hinab und schaut sich eine Grausamkeit nach der anderen an. Begleitet wird er dabei von Virgil, der ihn zugleich beschützt. In der Hölle gibt es anscheinend fast nur Männer, die dann alle nackt sind, bis auf kleine Beutel, in denen ihre Pimmel stecken.

Es gibt ein paar bemerkenswerte Details an diesem Film, die durchaus erwähnswert sind. Kurioses, wie eine der ersten Texttafeln, die nicht nur erzählt, welchen Tieren Dante begegnet, sondern auch, was sie symbolisieren. Wer hat schon Lust, sich selbst Gedanken zu mache? Nicht weniger kurios ist, dass Beatrice einen Ventilator als Heiligenschein hat!

Aber der Film bietet auch einiges an Innovation. Während Doppelbelichtung zum Verschwinden lassen oder um verschiedengroße Wesen zu zeigen, Verwandlungen durch Trickschnitte oder das Fliegen mit Drähten schon alte Hüte sind, beeindruckte mich, den ersten Kameraschwenk auf dieser Reise durch die Filmgeschichte zu sehen und auch der Aufbruch der traditionellen Storyline in Form einer Rückblende ist durchaus erwähnenswert.

Was ist mein Fazit? Der Film ist schon noch einmal etwas ganz anderes als die etlichen Kurzfilme, die ich bis hierher gesehen habe. Er ist vor allem supergruselig. Er zeigt eine Stunde lang verstörende Bilder. Er hat sich, den Satz “Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“ aus der Göttlichen Komödie sehr zu Herzen genommen. Allerdings hätte ihm eine Handlung gut getan. So konnte er mich nur 20 Minuten lang mehr oder weniger fesseln, dann begann mich der immer geiche Ablauf – Dante betritt ein neues Szenario und beobachtet, wie die Sünder dort gequält werden – zu langweilen. Der Film erscheint mir als ein einziger langer Fanservice für die Leser des Buches. Sie bekommen die Bilder zu dem Werk gezeigt. Wenn man bedenkt, dass die Göttliche Komödie für die Italiener das ist, was für die Deutschen der Faust, dann macht das durchaus Sinn. Aber mich konnte das, wie gesagt, nicht nachhaltig beeindrucken.