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SF126 – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

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Gertrude the Duck
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Tim Fraser

Naturally, I’m coming along

Paula und Daniel haben ihre Bergstiefel angezogen, die Ruhmkorff-Lampen umgeschnallt und die Atemmasken aufgesetzt, um mit unserem hinreichend exotischen isländischen Sherpa ein gerechtes und faires Urteil zu fällen. Gertrude the Duck rülpst nicht im Battle of the Sexes, sondern läuft zusammen mit Tim Fraser einen #Metamarathon. Ohne Ray Harryhausen aber mit angeklebten Rückenflossen schwelgen wir mal wieder in Paulas Kindheitserinnerungen. Aus dieser Folge haben wir konsequent alle Charaktermomente rausgestrichen als wir mit H. G. und nicht etwa mit Orson den Trend alberner Sidekicks begründeten. Wer konnte ahnen, dass der Nahostkonflikt so kompliziert ist?

Vorgeplänkel

Daniel lieferte einen Nachtrag zu Kill Bill ♦ Marian speichert unser Archiv auf einem iPod. Vielen Dank! ♦ Daniel mag es nicht, wenn Podcaste ihm in den Kopf rülpsen ♦ Wir haben der CineCouch Fragen zu ihrem 200. Geburtstag gestellt. Von hier aus noch einmal alles Gute! ♦ Daniel durfte auch dem Kompendium des Unbehagens zum Geburtstag gratulieren (gleich in der Anmoderation) ♦ Wir machten uns Gedanken über Filmfehler ♦ Natürlich fragten wir uns auch: Was macht eigentlich Shia LaBeouf? Im Jahr 2014 lief er den #METAMARATHON ♦ Außerdem machte Ray Harryhausen nicht die Special Effects zum heutigen Film, hier der Supercut zu seinen Effekten:

Youtube

Die Eckdaten zur Reise zum Mittelpunkt der Erde

Erscheinungsjahr: 1959
Regie: Henry Levin
– Filmographie (Auswahl ingesamt 50 Filme):

1944 Cry of the Werewolf
1946 Night Editor
1948 Der Richter von Colorado
1951 Two of a Kind
1952 Im Dutzend heiratsfähig
1953 Mister Scoutmaster
1957 Der Einsame
1959 Journey to the Center of the Earth
1960 Where the Boys Are
1962 … gefrühstückt wird zu Hause
1965 Dschingis Khan
1966 Unser Mann in Rio
1966 Murderers’ Row
1967 The Ambushers
1969 Die Todesreiter
1979 The Treasure Seeker

Budget: 3,4 Mio $
Besetzung: James Mason (Oliver Lindenbrook), Pat Boone (Alec McEwen), Diane Baker (Jenny), Arlene Dahl (Carla Goetaborg), Pétur Rögnvaldsson (Hans Belker), Thayer David (Graf Saknussem)

Genre: Abenteuerfilm

Die Produktion von die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Die Vorgeschichte

Unsere Produktionsgeschichte beginnt diesmal im Jahr 1517. Mit der Reformation. Obwohl Luther sich nur gegen die Dekadenz der Kirche wandte, sie reformieren und zu ihren Ursprüngen zurückführen wollte, löste er damit einen Prozess aus, der die Vorherrschaft des christlichen Weltbildes erschütterte. Die Erfolge der Naturwissenschaft, die Renaissance und Aufklärung folgten. Mitte des 19. Jahrhunderts erschienen dann drei wissenschaftliche Bücher, die überhaupt erst ermöglichten, dass ein Genre wie der wissenschaftliche Abenteuer-Roman von Jules Verne entstehen konnte. Das erste waren die Principles of Geology von Charles Lyell (erschienen in drei Bänden 1830 bis 1833), 1859 dann folgte Darwins berühmtes Werk Über den Ursprung der Arten und 1863 wiederum von Lyell Geological Evidences of the Antiquity of Man. Diese Werke, die betonten, dass die Welt nicht immer gleich gewesen war, sondern im stetigen Wandel bildeten den Hintergrund vor dem Jules Verne dann 1864 Die Reise zum Mittelpunkt der Erde veröffentlichte.

Wir machen einen Sprung in die 1950er Jahre. Hier sah sich das Kino massiv bedroht durch das Fernsehen. Daher kamen die Studios auf die Idee, die Größe der Leinwand zu ihrem Vorteil zu nutzen. Das Breitbildformat 2,35:1 wurde erfunden, in dem auch unser Film gedreht ist und Hollywood präsentierte mehr und mehr Epen mit vielen Special-Effects und spekatkulären Landschaftsaufnahmen. 1954 entdeckte dann Disney Jules Verne für diesen Trend und verfilmte 20.000 Meilen unter dem Meer als Familien-Abenteuerfilm. Der Film wurde ein großer Erfolg und Disney hatte damit die Formel für Abenteuerfilme gesetzt, die die folgenden Jahre dominieren sollte. 1956 folgte die Verfilmung von In 80 Tagen um die Welt durch das kleine Studio Michael Todd Company, die ebenfalls zum Erfolg wurde. Fox sprang dann 1959 mit Die Reise zum Mittelpunkt der Erde auf den Zug auf.

Drehbuch & Casting von Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Das Drehbuch stammte von Walter Reisch, der zuvor vor allem Science-Fiction-Geschichten und Artikel über Jules Vernes für verschiedene Zeitschriften geschrieben hatte. Von Reisch stammen viele Charaktere, die im Roman gar nicht vorkommen, wie Alec McEwen, Carla Goetaborg und der Villain. Das Drehbuch verlegte den Ort der Handlung zu Beginn der Geschichte von Deutschland nach Schottland. Als Statisten für die Szenen an der Edinburgh University wurden tatsächlich viele Studenten aus Edinburgh gecastet.

Pat Boone (Alec McEwen) wollte ursprünglich gar nicht mitspielen. Er war Musical-Schauspieler und dachte, dass ein Science-Fiction-Film ihn in seiner Karriere nicht voranbringen sollte. Sein Agent handelte heraus, dass die Songs ins Drehbuch geschrieben wurden, sodass Boone singen durfte. Außerdem bekam er 15% des Gewinns des Films. Letzteres sorgte dafür, dass er nach dem Film ausgesorgt hatte, weil dieser ein Riesenerfolg wurde. Zudem wurde es der Film, der am meisten mit seinem Namen in Erinnerung blieb. Der 1,93 Meter große Pétur Rögnvaldsson (Hans) war ein isländischer Zehnkämpfer. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde war der einzige Film, den er je gemacht hat.

Die Dreharbeiten

Anscheinend war James Masons (Professor Lindenbrook) Verhalten gegenüber Arlene Dahl (Carla Goetaborg) Off-Screen nicht weniger zickig wie On-Screen. Die Szene auf dem unterirdischen Meer wurde in einem großen Whirlpool gedreht, der dafür angelegt worden war. Das Floß war eine Plattform, die sich in Schieflage um sich selbst drehte. Von oben wurden  Wasser auf die Schauspieler geschüttet. Arlene Dahl geriet beim Dreh in Panik und schrie Regisseur Henry Levin an:  ‘Get me off this thing. Get me down. I’m going to pass out!’ während Mason sie anschrie: ‘Shut up woman! We’re going to have to do this ten times if you don’t keep quiet. Daraufhin fiel Arlene Dahl in Ohnmacht. Henry Levin konnte den Shot aber verwenden, nachdem er den Ton überspielt hatte.

Unter den Special-Effects, die verwendet wurden, befanden sich Rückprojektionen, Mattepaintings und große Bühnen-Bauten. Es wurde aber auch in Höhlen im Carlsbad Caverns National Park (New Mexico), im Amboy Crater (Kalifornien)  und bei den Sequit Point Sea Caves (Kalifornien) gedreht. In den Carlsbad Caverns durfte das Team nur Nachts filmen, da tagsüber Touristen durch die Höhlen geführt wurden. Die ersten Dinos (Dimetrodons), die man am Strand sieht, waren Nashornleguane, deren Rückenschilde angeklebt waren und die in die Szenen hineineditiert wurden. Der Dino in Atlantis war ein angemalter Schwarzweißer Teju. Die Musik machte Bernard Herrmann, der unter anderem den Score zu vielen Hitchcock-Filmen gemacht hat – zum Beispiel für Psycho und Vertigo

Filmisches Erzählen

Folgt eines fernen Tages, wenn ich Zeit finde …

Zitate & Referenzen

Count Saknussem sagt an einer Stelle: “I don’t sleep. I hate those little slices of death.”
Das ist eine Variation des Edgar-Allan-Poe-Zitats: “Sleep, those little slices of death; Oh how I loathe them”.

Die Rezeption von Journey to the Center of the Earth

Einspielergebnis 10 Mio

1976 spanische Neuverfilmung von Juan Piquer Simón

1989  wagten sich in Hollywood Rusty Lemorande und Albert Pyun an den Stoff

zwei amerikanische Fernsehfilme: aus dem Jahr 1993 (Regie: William Dear) und aus dem Jahr 1999 (Regie: George Miller).

Neuverfilmung Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (2008)

Regie
Eric Brevig
Preise und Bestenlisten

 

Gertrude the duck won a PATSY Award.

 

Zitate & Referenzen

 

a couple of story details pre-empting Raiders of the Lost Ark. A configuration of the Sun’s rays leading the way, and a large rolling boulder chasing our heroes.

 

Gertrude. Somewhat of a trendsetter, later pioneers took pets with them – the visitors to The Lost World (1960) a poodle, and The City Under The Sea(1965) a chicken…

 

 

The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The old mining equipment found in the caves and arrows scrawled on the walls appears to hint at a direct tie in with similar scenes in “Journey to the Center of the Earth”.

Doctor Who: The Runaway Bride (2006) (TV Episode)

When the Doctor and Donna first spot the hole to the center of the Earth in the Racnoss’s lair, Donna guesses that the tunnel is for dinosaurs. The Doctor simply replies, “That’s not helping.”

 

Spider-Man

 

 

Lesenswert

 

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1959)

 

http://blackholereviews.blogspot.de/2012/08/journey-to-center-of-earth-1959-now-on.html?m=1

 

Throwback Thursday: ‘Journey To The Center Of The Earth’ (1959)

 

http://www.1000misspenthours.com/reviews/reviewsh-m/journeytothecenteroftheearth1959.htm

 

Journey to the Center of the Earth (1959)

 

Film Review: Journey To The Center Of The Earth (1959)

 

http://www.tcm.com/tcmdb/title/79913/Journey-to-the-Center-of-the-Earth/notes.html

 

Journey to the Center of the Earth (1959) with James Mason