SF72 – Nausicaä aus dem Tal der Winde

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Aggro-Braut
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Messiahs-Typ

Sind wir Menschen ein untergehender Stamm?

Fremd im Schwabenland begab sich der Spätfilm wie Meister Yupa auf die Suche nach der Auserwählten aus dem Magazin Animage. Auf der Suche nach dieser Aggro-Braut, die voll der Messiahs-Typ ist, kämpften wir gegen Ohmus, lauschten 80er-Synthie-Mukke und retteten hässliche und gefährliche Tiere. Demütig blickten wir im gerechten Zorn einer starken Frau auf der Suche nach ihrer Hose unter den Rock. Dabei fanden wir heraus, worum es wirklich geht: dass nicht alles ein Remix ist, sondern es auch wirklich originelle Imagination gibt und dass nicht jedes Spiegelbild von Zandra, äh, Nausicaä gleich ihr Deuteragonist ist. No Cuts! Jäh!

Vorgeplänkel

Feedback von Rainer zu Rashomon ♦ 6 von 36 Fragen, durch die man sich verliebt …  ♦ Die Retter von New York

Die Eckdaten von Nausicaä aus dem Tal der Winde

Erscheinungsjahr: 1984
Regie: Hayao Miyazaki
– Filmographie:
1979 Das Schloss des Cagliostro
1984 Nausicaä aus dem Tal der Winde
1986 Das Schloss im Himmel
1988 Mein Nachbar Totoro
1989 Kikis kleiner Lieferservice
1992 Porco Rosso
1997 Prinzessin Mononoke
2001 Chihiros Reise ins Zauberland
2004 Das wandelnde Schloss
2008 Ponyo – Das große Abenteuer am Meer
2013 Wie der Wind sich hebt
Produzenten: Isao Takahata und Toshio Suzuki (ebenfalls Mitbegründer des Studio Ghibli)
Genre: Abenteuer, Sci-Fi, Fantasy, Action, Anime, postapkalyptische Dystopie

Die Produktion von Nausicaä aus dem Tal der Winde

Miyazaki und sein zukünftiger Produzent Toshio Suzuki lernten sich kennen, als Suzuki noch Redakteur für das Magazin Animage war. Suzuki interviewte Miyazaki zu der “Lupin III“-Reihe und im Laufe des Gesprächs stellte Myazaki ihm zwei seiner Ideen für Filme vor: Nausicaä und Mononoke. Nachdem Miyazaki in den einengenden Vorgaben eines Franchises gearbeitet hatte, wollte er jetzt ein Projekt verwirklichen, bei dem er sich kreativ voll austoben konnte.

Suzuki half die Idee von Nausicaä an den Verlag von Animage, Tokuma Shoten, der auch Filme produzierte, zu pitchen. Allerdings lehnte Tokuma Shoten es ab, den Film zu produzieren. Dem Studio war es zu riskant, einen Film von einem unbekannten Autor zu produzieren.

Sie boten Miyazaki stattdessen an, Nausicaä erst einmal als Manga-Reihe in ihrem Verlagshaus herauszubringen, um eine Marke zu etablieren. Miyazaki akzeptierte unter der Bedingung, dass er absolute kreative Freiheit habe und dass er die Reihe beenden oder unterbrechen könnte, wann immer er einen Regie-Job bekäme und dass Tokuma Shoten das Manga nicht verfilmen dürfe.

Ab 1982 erschien dann die Manga-Reihe Kaze no Tani no Nausicaa bei Animage. Sie wurde ein Riesenerfolg und sorgte dafür, dass Animage für die kommenden zwei Jahre jede Auflage ausverkaufte. Aufgrund des Erfolgs ließ Miyazaki sich breitschlagen, Nausicaä doch zu verfilmen. Das stellte ihn nun aber gleich vor mehrere Probleme: Der Zeichenstil war so komplex, dass es schwierig war, ihn in einen Anime zu adaptieren. Außerdem steckte er erst mitten in der Geschichte. Die Reihe sollte noch bis 1994 weiterlaufen.

Daher umfasst der Kinofilm nur in etwa die ersten 16 Kapitel (der ersten beiden Bände) des Manga. Außerdem wurden große inhaltliche Änderungen vorgenommen. Insbesondere wurde ein eigenes Ende geschrieben. Während die Finanzierung von Tokuma Shoten kam, übernam die eigentliche Filmproduktion ein Studio namens Topcraft, das übrigens auch die Animationsfilme Der Hobbit und Das letzte Einhorn gemacht hatte. Aus Topcraft ging das spätere Studio Ghibli hervor.

Die später viel gelobte hohe Qualität der Animation wird auch darauf zurückgeführt, dass zur Zeit der Entstehung sehr viele Animatoren Arbeit suchten und das Studio daher vor allem hochqualifizierte Kräfte zu geringem Lohn verpflichten konnte.

Der Film ist in Cel-Animation als Limited Animation produziert. Das bedeutet, dass er auf Folien (Celluloid) gezeichnet wurde. Außerdem wurde nicht jedes Bild neu gezeichnet sondern. Um die Illusion von Bewegungen zu erzeugen braucht man mindestens 18 verschiedene Bilder pro Sekunde. Bei Limited Animation wird dann immer nur der Teil des Bildes neu gezeichnet, der sich bewegt, während die unveränderlichen Teile auf Folien darunter liegen. Das führt allerdings auch dazu, dass man dem Bild oft ansieht, welcher Teil sich gleich verändern wird und welcher statisch bleibt. Für die Traumsequenzen, die aus Nausicaäs Vergangenheit erzählen, wurden mehrere Cels (Bildfolien) übereinander gelegt, unterschiedlich ausgeleuchtet und mehrfach abgefilmt. Insgesamt wurden 56.078 Cels für den Film gezeichnet.

Die Musik stammt von Joe Hisaishi, der sie seither zu jedem Film von Miyazaki beigesteuert hat.

Filmisches Erzählen in Nausicaä aus dem Tal der Winde

“The film is unmistakably Miyazaki, as it has his favourite themes of pacifism, environmentalism, feminism, and “Things that fly are really cool.”

Bitch Flicks

Die erste Szene

Interessant an der ersten Szene ist, dass sie für Desorientierung sorgen soll: Sie beginnt mit einem Close-Up auf die Füße von Meister Yupas Reittieren. Es folgt noch ein Close-Up auf Meister Yupas Gesicht (das auch noch teilweise von der Atemmaske verdeckt wird), erst dann sieht man eine Totale des Blickfelds von Yupa: Das Meer der Fäulnis. Diese Einstellungsfolge ist unkonventionell, da sie gewissermaßen rückwärts erzählt ist. Gewöhnlich sehen wir erst eine Totale als Establishing Shot und dann ein Close-up auf ein Gesicht eines Protagonisten als Reaction Shot. Die Desorientierung verstärkt noch, dass das Meer der Fäulnis so bizarr aussieht, dass wir uns zunächst nicht erklären können, was wir sehen.

Miyazakis Einflüsse

Der Name “Nausicaä” leitet sich aus Homers Odyssee ab. In einem Abenteuer sinkt Odysseus Schiff. Der Schiffbrüchige wird an den Strand des heutigen Korfus geschwemmt, wo er auf Frauen triff, die dort Wäsche waschen. Alle Frauen fliehen vor Furcht, außer Prinzessin Nausicaä, die dem Fremden mutig zur Hilfe kommt. Im Fortlauf gibt es eine Variante des Mythos, in der Nausicaä und Odysseus eine Affäre haben und eine andere Variante, in der Odysseus’ Sohn Nausicaä heiratet.

Weiterhin diente das japanische Märchen “Die Insekten liebende Prinzessin” (Mushi Mezuru Himegimi) als Inspiration, in dem die Titelheldin sich lieber der Natur als dem Treiben am Hof widmet.

Die Bilder, mit denen “Die sieben Tage des Feuers” erzählt werden, gehen wohl auf frühe Erinnerungen Miyazakis an den zweiten Weltkrieg zurück.

Schließlich diente als Inspiration für das Meer der Fäulnis, als einen Pilzwald, der wie ein Paradies aussieht und dem man seine tödliche Wirkung nicht ansieht, das erste und namengebende Auftreten der Minamata-Krankheit. Bei diesem Vorfall leitete in Japan eine Fabrik ungeklärtes Quecksilber in die Minamata-Bucht. Das Quecksilber lagerte sich nach und nach in der Bucht ab, wurde von den Algen aufgenommen, die die Fische Fraßen, bis schließlich die Menschen vor Ort, die sich hauptsächlich von Fisch ernährten, an der Minamata-Krankheit erkrankten. Miyazaki faszinierte, dass das von Menschen erzeugte Gift das komplette Ökosystem durchdrungen hatte, ohne es anscheinend zu zerstören, bis es dann wieder bei den Menschen angekommen war, die wiederum dachten, der Fisch und nicht das Quecksilber wäre giftig.

Ökologische Botschaft

“The film’s message suggests that the environment must be preserved in its natural state, even if said ‘nature’ isn’t comprised of cute, fluffy animals, but rather frightening and precarious life.”

Deep Focus Review

Ein wichtiges Thema in Nausicaä ist die umweltpolitische Agenda des Films. Dabei tritt Nausicaä für den Schutz der Umwelt ein, auch wenn sie nicht süß ist oder sogar menschenfeindlich ist. Sie empfindet Demut vor der Natur.

Nach Jurassic Park und Gremlins ist Nausicaä damit der dritte Film, den wir besprechen, der für Demut gegenüber der Natur eintritt. Interessant ist hierbei, dass die ersten beiden Filme mit diesem demütigen Ansatz eine Wissenschafts- und Technikfeindschaft verbanden. Sie vertreten die These, dass Wissenschaft böse ist, weil sie die Natur verändern, vielleicht sogar vergewaltigen will. Das ist bei Nausicaä dezidiert nicht der Fall. Die junge Prinzessin ist Umweltschützerin und zugleich Wissenschaftlerin. Sie sieht darin keinen Widerspruch. Nausicaä ist ein wissenschaftsfreundliches Märchen.

Starke Frauenrollen

Nausicaä ist eine klassische Chosen One: Sie ist die Auserwählte, die Frieden zwischen Natur und Menschen bringen soll. Obwohl der Film ja in einer fernöstlichen Tradition steht, ist die Bildsprache am Ende geradezu christlich. Nausicaä stirbt und wird dann auf den Fühlern der Ohmus zurück ins Leben getragen.

Darüber hinaus hat sie Attribute, die als traditionell männlich angesehen wird. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn sie im gerechten Zorn die Soldaten tötet, die ihren Vater ermordet haben. Diese aktive, kämpferische Seite verband Miyazaki dann mit klassisch weiblichen Attributen.

“Nausicaä combines various ‘girl’ characteristics familiar from the shōjo (‘little female’) figures who populate much manga and anime (youthfulness, charm, innocence) with characteristics traditionally associated with ‘male’ protagonists in Japanese cinema (independence, nobility, courage).”

Kubrick on the Guillotine

Ein irritierendes Element des Shojo-Mangas ist dabei, dass Nausicaä einen sehr kurzen Rock trägt und darunter eine Hose, die annähernd Hautfarben ist. Miyazaki zeigt immer wieder Einstellungen, in denen Nausicaäs Rock hochfliegt oder die Kamera so tief platziert ist, dass wir ihr anscheinend auf den nackten Hintern blicken. Anscheinend war in der Kinoversion der farbliche Kontrast zwischen Hose und Haut noch größer.

Allerdings ist die farbliche Ähnlichkeit eben kein Zufall (wie ihr behauptet), sondern bewusst gewählt, besonders in Kombination mit den erwähnten Kameraeinstellungen zeigt sich hier ein Male Gaze, der besonders befremdlich ist, da Nausicaä ansonsten ja ungewöhnlich stark auftritt. Für westliche Augen sorgt für zusätzliche Irritation, dass Nausicaäs Gesicht im Mangastil gezeichnet sehr kindlich aussieht, sodass du den Eindruck bekommen kannst, dass du nicht einer Frau, sondern sogar einem Kind hier unentwegt auf den Hintern guckst.

Die Antagonistin

“What stands out strongly in regards to Kushana’s character is that she is simultaneously the mirror image and polar opposite of Nausciaä.”

The Media Manse

Spannend ist auch, dass die Antagonistin ebenfalls eine Frau ist. Kushana ist darüber hinaus besonders, weil sie kein klassisch einfach gestrickter Villain ist. Stattdessen ist sie mit Ambivalenz und Tiefe gezeichnet. Sie hat durchaus ein gutes, erstrebenswertes Ziel: Sie will die Welt wieder für die Menschen bewohnbar machen. Das versucht sie allerdings mit den falschen Mitteln. Während Nausicaä versucht, die Harmonie zwischen Menschen und Natur herzustellen, ist Kushana bestrebt, den Menschen wieder zu Dominanz über die Natur zu verhelfen. Entsprechend ist sie eine Art Spiegel von Nausicaä.

Der Animationsstil

“Hayao Miyazaki made Nausicaä of the Valley of the Wind (Kaze no tani no Naushika, 1984) to show the limitlessness of animation—how the medium could reach beyond setting or narrative no matter how extravagant or impossible their conditions.”

Deep Focus Review

Wir üben beide Kritik an den Animationen: Paula mag, wie oben schon ausgeführt, die kindlichen Gesichter der Frauen nicht. Daniel hingegen stört, dass die Personen immer kommentieren, was sie gerade tun, während sie es tun. Er zieht den Vergleich zu WALL.E, der ca. in der ersten Stunde komplett ohne Sprache auskommt. Während Wall.E es gelingt, eine Geschichte nur in Bildern zu erzählen, bricht Nausicaä immer wieder mit “Show don’t tell”, indem es dem Film nicht gelingt, seine Bilder sprechen zu lassen, sondern immer auch in Worten erzählen muss.

Trotz dieser Kritik loben wir die Animationskunst von Nausicaä, die Welt, die Hintergründe und Flugmaschinen sind auf einem enorm hohem Niveau. Sie sind das Ergebnis von wirklich origineller Imagination.

Die Rezeption von Nausicaä aus dem Tal der Winde

Der Film wurde aufgrund seiner Botschaft vom WWF präsentiert. Er war ein sehr großer Erfolg. Der große Erfolg ermöglichte die Gründung von Studio Ghibli.

Der Film wurde international als Warriors of the Wind auf Video vertrieben. New World Picture, die Firma, die die internationalen Rechte erwarb, verstümmelte ihn allerdings so sehr, dass Miyazaki danach für 20 Jahre keine internationalen Veröffentlichungen seiner Werke zuließ. Die Firma schnitt 20 – 30 Minuten raus, was die Handlung komplett entstellte.

Zum Beispiel wurden die Ohmus einfach nur als dumpf böse dargestellt ohne irgendeine Motivation. New World Picture schrieb die Dialoge teilweise um und die Voice Actors wussten nicht einmal, worum es in dem Film geht, den sie gerade synchronisierten. Sie erhielten wohl auch nie ihre Gagen. Zu allem Überfluss nannten sie Prinzessin Nausicaä aus irgendeinem Grund in Zandra um. Außerdem befand sich auf dem Cover des Videos unter anderem und völlig sinnfrei ein Pegasus.

2005 erhielt Disney dann die Rechte für einen Re-Release. Vertragsbedingung war, dass sie nichts rausschneiden durften. Bereits 2001 hatte die Disney-Tochter Miramax Prinzessin Mononoke veröffentlicht. Dort hatte Produzent Harvey Weinstein angeregt, ein paar Szenen zu schneiden, um sie dem amerikanischen Markt zugänglicher zu machen, Miyazaki schickte ihm daraufhin ein traditionelles Katana (Samurai-Schwert) mit einem Zettel beiliegend, auf dem stand: “No cuts”.

Der 2012 entstandene Kurzfilm ”Giant God Warrior Appears in Tokyo” (Kyoshinhei Tokyo ni Arawaru) ist ein Live Action Film der die Vorgeschichte zu Nausicaä erzählt. Außerdem gibt es Gerüchte über ein Sequel. Da Miyazaki sich zur Ruhe gesetzt hat, wird gemunkelt, dass Hideaki Anno, der Regisseur von Neon Genesis Evangelion dieses drehen soll.

Preise und Bestenlisten

Zitate & Referenzen

  • In Mulan (1998) findet Mulan eine Puppe in einem zerstörten Dorf. Dies zitiert die Szene, in der Meister Yupa die Puppe in dem Dorf findet, das vom Meer der Fäulnis überwuchert wurde.
  • Das Ende von The Matrix Revolutions (2003), wenn Neo auf den Tentakeln der Maschinen getragen wird, ist ein bildliches Zitat des Endes von Nausicaä.
  • Der Wald von Avatar (2009) zitiert das Meer der Fäulnis, auch die Tentakel der Ohmus, mit denen sie kommunizieren und wiederbeleben können werden aufgegriffen.
  • Furiosa aus Mad Max: Fury Road (2015) zitiert Kushana: Sie trägt ein Armprothese, ist die Anführerin einer Männer-Armee, wendet sich aber gegen diese (Kushana nur vorübergehend).
  • Rey aus Star Wars: Episode VII – The Force Awakens referenziert Nausicaä: Ihr Wüstenflitzer und BB-8 ähneln Nausicaäs Möwe und dem kleinen Hörnchen. Außerdem wird Nausicaä eingeführt, wie sie sich ins Meer der Fäulnis abseilt, um Teile eines toten Ohmus wiederzuverwerten, während Rey sich in einen Sternenzerstörer abseilt, um dort Material zu bergen.

Hörenswert & Lesenswert

The End.

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6 Gedanken zu „SF72 – Nausicaä aus dem Tal der Winde

  1. Familienpapa

    Interessante Fakten, die ihr da rausgekramt habt! Besonders das mit der Minamata-Krankheit. Ich schaue den Film nun schon seit etwa 15 Jahren und habe davon noch nie etwas gehört. Habe auch mal begonnen, eure anderen Episoden zu hören. Gefällt mir! Einen Hörer habt ihr jetzt mehr 🙂

    Antworten
    1. Daniel Beitragsautor

      Hallo und herzlich Willkommen in unserer bescheidenen Hütte! Ich hoffe, dir gefallen auch die anderen Folgen und die Fakten, die wir da erzählen. =)

      Antworten
  2. Rainer

    Danke für eine weitere tolle Folge des Spätfilms.

    Mit Nausicaä hatte ich schon immer ein kleines Problem, dass ich nicht so ganz warm mit dem Film geworden bin. Eigentlich ist von den Fakten alles vorhanden, was mir gefallen müsste, aber irgendetwas stört oder fehlt mir. Ich konnte es nie so ganz erklären und hatte mir vor der Folge erhofft, dass diese etwas Klarheit bringt

    Das ist leider (?) nicht eingetreten: die Kritikpunkte, die ihr anbringt, verstehe ich und ich verstehe auch, dass man sich daran stören kann, ich tue es allerdings nicht. Die Ästhetik der Zeichnung (oder auch die Musik) stört mich nicht (eher im Gegenteil) und die Shots unter den Rock sind mir nicht unangenehm aufgefallen (da habe ich vermutlich zu viele andere Animes gesehen, in denen das viel extremer und expliziter gemacht wurde).

    Als ich den Film in Vorbereitung der Folge nochmal geschaut hatte, ist mir auch aufgefallen, dass die Protagonistin laut ihre Handlungen beschreibt, und ich wusste, dass sich Daniel darüber beschweren wird. Im allgemeinen rege ich mich ähnlich darüber auf, aber bei früheren Animes finde ich es OK (insbesondere auch bei Nausicaä stört es mich nicht).

    Weshalb werde ich mit dem Film dann nicht warm? Ich glaube es liegt einfach daran, dass er mich nicht emotional berührt: der Anfang des Films ist zwar sehr schön gemacht und ich kann sehr schön in das Meer der Fäulnis eintauchen. Aber der Charakter von Nausicaä bleibt mir zu oberflächlich und ich kann damit nicht wirklich eine Verbindung aufbauen. Und die ganze Geschichte mit dem Krieg ist zu komplex und zu knapp erzählt, so dass dieser Erzählstrang mich eher aus dem Wunsch mehr Details über das Meer der Fäulnis zu erfahren herausreisst und am Ende kein rundes Bild übrig bleibt.

    Ich würde mich aber sehr freuen, wenn das nicht euer letzter Ausflug in die Welt der Animes war. “Die letzten Glühwürmchen” und “Mein Nachbar Totoro” waren meine Favoriten bei der Abstimmung. Vielleicht kommt ihr ja irgendwann zu einem der Filme. Und aus anderen Jahrzehnten gibt es ja auch noch viele andere Kandidaten, z.B. “Summer Wars” von 2009 (damit man mal einen nicht-Miyazaki Anime nennt).

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    1. Daniel Beitragsautor

      Bin ich wirklich schon so vorhersehbar?^^ Ich kann deine Vorbehalte gegen den Film gut nachvollziehen. Was deine anderen FIlmvorschläge betrifft: Die kommen auf die Liste, aber die ist ja bekanntermaßen legendär lang. Dennoch: In nicht allzu ferne Zukunft werden wir euch dann mal entscheiden lassen, welche Filme davon wir demnächst mal gucken sollen …

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  3. Rainer

    In der Folge habt ihr euch ja über den Namen “Lupin III” gewundert: da es in der Serie um einen Meisterdieb geht, ist das einfach eine Anspielung auf die Figur des Arsène Lupin (auch ein Meisterdieb) aus den französischen Romanen von Leblanc.

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  4. Pingback: Podcast(s): Durch den Podcatcher Gejagt #22 (2016) | jacker's 2 Cents…

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