SF51 – The Guest (Followbruary #1)

avatar Daniel
einsam am Mikro

Ein Spätfilm-Telegramm im Zuge des #Followbruarys auf Letterboxd

Da unser Audio-Interface noch immer kaputt ist, wollen wir euch das Warten auf einen neuen Spätfilm mit ein paar Telegrammen verkürzen. Anlass ist der #Followbruary auf Letterboxd, bei dem es darum geht, die Lieblingsfilme seiner Follower zu gucken. Hier findet ihr Daniels Liste.

Die heutige Folge widmet sich einem Lieblingsfilm von EasyPete.

Die Eckdaten zu The Guest

Erscheinungsjahr: 2014
Regie: Adam Wingard
– Filmographie:
2007
Home Sick
2011 You’re Next
2012 V/H/S (Eine Episode)
2014 The Guest
Budget: unbekannt
Einspielergebnis: $2,367,161
Besetzung: Dan Stevens (David, der Gast), Maika Monroe (Anna), Brendan Meyer (Luke), Sheila Kelley (Laura), Leland Orser (Spencer), Lance Reddick (Major Carver)
Genre: Drama, Thriller, Slasher

Fazit

Der Film ist nicht schlecht, aber ich finde ihn nicht besonders außergewöhnlich. Der Film ist ziemlich konventionell gefilmt, allerdings macht er bei der Action alles richtig: Man weiß jeder Zeit, wer was wann tut. Schlecht fand ich zwei Szenen, in denen die größte Drehbuchsünde vorkommt: Dumme Protagonisten tun dumme Sachen. Man kann den Film gucken und Spaß haben, aber im Gedächtnis wird er mir wohl nicht bleiben.

Hörenswert

3 Gedanken zu „SF51 – The Guest (Followbruary #1)

  1. Niels/Cinecouch

    Erstmal danke für die Erwähnung der CineCouch-Folge! Ich knüpfe mal direkt daran an: THE GUEST ist für mich gerade daher so großartig, weil er eben nicht den langweiligsten Weg einer jeden Hommage geht, nämlich alles auf Teufel komm raus mit Ironie zuzukleistern. Stattdessen bildet er Atmosphäre, Feeling und definitiv auch die filmischen Sünden seiner Vorbilder ab. Für dich ist es kritikwürdig, dass ein Soundeffekt jede subtile Note tötet und dumme Protagonisten dumme Dinge tun. Ich kann das nicht widerlegen und würde das sogar bei den meisten anderen Filmen unterschreiben. Aber ein COMMANDO etwa strotzt nur so vor Momenten ähnlichen Naturells – subtil ist da rein gar nichts, Handlungen ergeben keinerlei Sinn und der muskulöse männliche Körper wird völlig übersexualisiert dargestellt. Es ist ein leichtes, sich darüber lustig zu machen oder dies ironisch zu brechen. Schwieriger finde ich es, einen Film zu schaffen, der den Geist dieser Ära so sehr atmet, dass er geradezu aus der Zeit gefallen wirkt. Damit bietet er enormes Konfliktpotential, da ja auch die Vorbilder alles andere als makellos sind und er denen dann noch nicht mal viel hinzufügt. Für mich als Fan der 80er-Actioner macht THE GUEST mit seinem Ansatz dagegen fast alles richtig und ich fände es dann auch unnötig, wenn der Film mich ständig darauf hinweisen würde, dass er sich als wie auch immer geartete Hommage versteht 😉

    Antworten
    1. Daniel Beitragsautor

      Okay, das habe ich formatbedingt zu verkürzt ausgedrückt: Wenn The Guest eine Hommage sein will, dann muss er dies exemplifizieren. Das heißt er muss die Eigenschaften eines 80er-Actioners haben und irgendwie darauf Bezug nehmen. Bezugnahme kann ich durch plumpes Seth-Rogen-eskes Aussprechen machen. Das wäre wirklich doof, da gebe ich dir Recht. Aber das ist ja nicht der einzige Weg: Ich kann ja auch beispielsweise bildliche Zitate verwenden, wie Tarantino es macht, was wesentlich eleganter wäre.

      Der dritte Weg, von dem du sagst, dass The Guest ihn geht, wäre dann die Imitation. Wenn das der Fall ist, dann ist sie aber meines Erachtens nicht gut gelungen. Denn es gibt in The Guest einfach zu vieles, das zu sehr vom 80er-Kino abweicht. Das fängt schon beim Genre-Mashup an, was doch erst in den 90er aufkommt, geht weiter mit dem Twist, den es im 80er-Actioner schlichtweg nicht gab: Das sieht man sehr schön an Terminator im Vergleich zum 90er-Film T2 mit Twist. Dann der zerrissene “Held” aus The Guest: Das ist ein Post-9/11-Element, das du auch nicht im 80er-Kino findest. Und auch die männliche Sexualisierung passt nicht ins Bild, denn wir haben hier keine Anabolikaschönheit, sondern ein total modernes Schönheitsideal. Wenn The Rock oder Vin Diesel die Rolle gespielt hätten, hätte das funktioniert, aber so nicht.

      Unterm Strich finde ich eben, dass ein paar Syntheziser, dumme Protagonisten, ein sexy Typ und ein paar Explosionen zu wenig sind, um für The Guest zu beanspruchen, er hätte den gleichen Charme wie die 80er Actioner … ¯\_(ツ)_/¯

      Antworten
      1. Niels/Cinecouch

        Hmmm schwierig… Du hast sicherlich recht, dass der Film nicht zu 100 Prozent den Weg der 80er geht. Aber das ist für mich dann eher ein Bonus bzw. der Versuch, (in zugegebenermaßen kleinem Maße) über die Vorbilder hinauszugehen und den Prototyp “80er-Actioner” an die heutige Zeit anzupassen. Der Film spielt ja durchaus in der heutigen Zeit, da halte ich es für legitim, ein zeitgemäßes Schönheitsideal abzubilden und auf einen Post-9/11-Soldaten (statt Vietnam-Veteran etc) zurückzugreifen.
        Dass THE GUEST in der gleichen Liga spielt wie seine Vorbilder will ich letztlich auch gar nicht behaupten. Nur erscheint mir die Kritik an der vermeintlichen Dummheit des Films bzw. seinem lazy storytelling nicht zielführend, weil ich das für völlig bewusst eingesetzt halte. Alles weitere wäre dann eine Frage des persönlichen Geschmacks.

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.