SF12 – Die Monster AG

Ready for decontamination

Paula und Daniel hüpften durch eine Tür und landeten mitten in Monstropolis, dort gingen sie abseits jedes konventionellen Podcasts der Frage nach, was eigentlich einen guten Kinderfilm ausmacht und ob die Monster AG tatsächlich die Dinos zitiert. Was dabei die Lösung des Audiorätsels ist, erschließt sich nur derjenigen, die bis zum Ende dranbleibt.

Eckdaten

Regie: Peter Docter, David Silverman (Co-Regie), Lee Unkrich (Co-Regie)
Sprecher (Englisch): John Goodman, Billy Christal, Steve Buscemi, Frank Oz (Der Puppenspieler, der Yoda gespielt hat),  John Ratzenberger (spielte in jedem Pixarfilm mit).
Deutsch: Reinhard Brock, Ilja Richter, Martin Semmelrogge, Sissy Perlinger
Studio: Pixar – gehört zu Walt Disney
Andere Filme von Pixar (Auswahl):

Budget: $115 Millionen
Erscheinungsjahr: 2001
Genre: Kinderfilm, Animationsfilm, Zeichentrick (?)

Die Monster AG war der vierte Pixar-Spielfilm.

Wir diskutieren, ob Zeichentrickfilme sind. Die Grenzen verschwimmen da, oder? Hier das angesprochene Making-Of von South Park:

Youtube

Die Produktion der Monster AG

Wie macht man eigentlich einen Animationsfilm?

Na, hat jemand das Feuerzangenbowlenzitat erkannt?

Man einwirft den ganzen Film in Skizzen. Diese wandelt man in Computermodelle und rendert dann jedes einzelne Bild. Man erzeugt also jedes einzelne Bild aus Rohdaten, die nur die Form und die Position der Objekte enthalten.

Details dazu in dieser Folge der Freakshow (Ehemals Mobile Macs).

Entstehungsgeschichte des Films

Wahrend eines Mittagessens 1994 entwirft das Pixar-Team die Idee zu Monsters Inc., A Bug’s Life, Wall E und Findet Nemo. Bereits 1996 begann Pixar mit dem Entwurf der Animationen. Immer wieder wurden das Fell von Sully und die Kleidung von Boo neu gerendert, um realistischer zu wirken.

Sulley hat über 2,3 Millionen Haarsträhnen. Da jede Haarsträhne einzelnd animiert war, brauchte man pro Frame, also pro Einzelbild, 12 Stunden zum rendern. Das Haar bereitete Pixar riesige Probleme. Sie machten deshalb viele Tests. In einer ersten Animation musste Sully einen Hindernislauf machen. Der Durchbruch kam dann mit einem Computerprogramm, dass die natürliche Bewegung der Haare berechnete.

Ein anderer Beweis für den Perfektionismus von Pixar ist das Türenlager. Im Türenlager befinden sich über 35 Millionen verschiedene Türen.

Mike kam erst im Laufe der langen Produktion dazu. Er hatte erst keine Arme, aber aus Animationsschwierigkeiten bekam er dann doch welche. Billy Christal, der den Mike spricht, sollte schon Buzz Lightyear in Toy Story spielen, hatte aber abgelehnt und das dann später bereut. Die deutsche Synchronisation machte aus Wazowski übrigens Glotzkowski. Der Muppet-Puppenspieler Frank Oz erfand den Namen Mike Wazowski

Sully sollte erst Tentakel haben, aber das wurde geändert. Zum einen, weil es Animationsprobleme gab, zum anderen, weil man fürchtete, die Zuschauer würden Sully nicht mehr ins Gesicht sehen. In einem anderen Entwurf hatte Sully eine Brille.

Pixar produzierte einen speziellen Trailer für Monster AG, der nur vor Harry Potter lief:

Youtube

Abschweifung

Können Kinder Zeichentrick und echte Menschen unterscheiden? Ist die Gewalt, die Kinder in Zeichentrick zu sehen bekommen, ein Problem? Wir besprechen das unter anderem an Road Runner, Asterix, Roger Rabbit (nicht Bugs Bunny!), Elliot, das Schmunzelmonster und Blair Witch Project.

Dazu die Gewaltfolge des Soziopods.

Filmisches Erzählen

” Auch Sully (John Goodman) und Mike (Billy Chrystal) sind fantastische Charaktere, die mehr Leben besitzen als so manche reale Filmfigur. “

Moviescape

Pixar Filme sind oft sehr konventionell. Klassische Heldenreisen in Findet Nemo, WALL.E oder A Bug’s Life. Oder die “Im Feuer geschmiedete Freundschaft” von Toy Story, dass zwei verfeindete Parteien sich zusammenraufen müssen, damit sie ein Abenteuer bestehen können. In der Monster AG verhält es sich wieder so. Ein Klassischer Code ist zum Beispiel der Held und sein Sidekick. Allerdings können Kinderfilme auch nicht unglaublich unkonventionell sein, da ein Kind erst einmal lernen muss, wie konventionelle Geschichten funktionieren, bevor es unkonventionelle, zum Beispiel Pulp Fiction verstehen kann. Umso schöner sind dann Ausnahmen aus der Konvention, wie etwa der Tod von Bambis Mutter  oder das fehlende Kindchenschema in Up.

Daniel mag das Happy End nich, da kurz vor dem Happy End alles noch nach einem Casablanca-Ende aussieht, Pixar dann aber vor der eigenen Courage zurückschreckt und uns doch noch ein klinisch-reines Ende verpasst. Paula glaubt, dass das andere Ende nicht Kindgerecht wäre. Ihr rutscht dabei der Name unserer Tochter raus, den wir mit der Hupe von Stickinthemud (CC BY 3.0) ausblenden. Daniel hält den Tod von Bambis Mutter entgegen.

Worum geht’s wirklich?

Das Thema hinter der Handlung von Monster AG ist Rassismus. Der Film hat eine Antirassistische Agenda. Boo überwindet den “Rassismus” zwischen Monstern und Menschen.

Boo

Boo war zunächst als 6-Jährige entwickelt worden. Die Autoren schrieben sie dann um, da sie meinten, dass es mit einer 3-Jährigen besser funktioniert. Boos Sprache ist stilistisch verfremdet, wie die der Eewachsenen bei den Peanuts. Boos wirklicher Name ist Mary.

Zitate und Referenzen in Monster AG

  • Boo singt auf dem Klo im Englischen den Titelsong von “die Schöne und das Biest“. Die deutsche Synchro hat daraus uninspiriert “Alle meine Entchen” gemacht…
  • Der Vorspann hat die Zeichentrickästhetik von 60er-Jahre-Filmen, etwa von der Rosarote Panther
  • Der Einmarsch der Schrecker zitiert Armageddon:
    YoutubeHier zum Vergleich die Version der Monster:
    Youtube
  • Die Vorrichtung, in der die Türen eingespannt sind, zitiert Stargate.
  • Es gibt Parallelen zur Story von E.T.
  • Es gibt Sneak Peeks auf Nemo: einmal an Boos Mobile und dann schenkt Boo auch Sully eine Nemo-Puppe
  • Die Undercover-Agentin der CDA erinnert an die Oma der Dinos.
  • Die Szene, in der Sulley glaubt, Boo wäre im Müllcontainer zermatscht worden, zitiert den Looney Toons Kurzfilm Feed the Kitty.
    Youtube
  • Aus dem “Boo-Würfel” schaut ein Stilauge, dass aussieht wie die Pixar-Lampe:
    Youtube
  • Der Luxo Ball in Boos Zimmer stammt aus dem gleichen Pixar Kurzfilm
  • Im Abspann parodiert Billy Chrystal (Mike) sich selbst. Er hat oft die Oscars moderiert und dabei Medleys gesungen
  • Die Insektenfalle aus A Bug’s Life ist zu sehen.

Toy Story Referenzen

Der Pizza Planet Lieferwagen aus Toy Story ist zu sehen. Andys Tapete, eine Jesse-Puppe, Rex’ Bein ist zu sehen und in den Outtakes sieht man ihn dann ganz. Ferner ist diverses anderes Spielzeug aus Toy Story zu sehen.

Die Rezeption der Monster AG

Es gab zwei Gerichtsverfahren zu Urheberrechtsansprüchen. Ein weiteres Indiz, dass die Story nicht die kreativste ist. Das Monster-unter-dem-Bett-Mem auf Twitter zeigt, wie wenig originell die Story ist. In einer Doctor-Who-Episode wurde das Monster-im-Schrank-Thema auch bereits aufgegriffen.

Der Film ging aber verglichen mit Shrek von DreamWorks etwas unter. Shrek erschien im gleichen Jahr und wurde sehr gefeiert.

Preise & Bestenlisten

  • Der Abspannsong “If I Didn’t Have You” gewann einen Oscar. Der Komponist Randy Newman war zuvor 15 Mal nominiert gewesen.
  • 2002: BAFTA Award für den „Besten Film“
  • 2003: Grammy für den „Besten Song“ für If I Didn’t Have You von Randy Newman

Referenzen & Zitate

  • Es gibt Parallelen zur Story von Ice Age
  • Monstropolis ist eine Titelreferenz auf Metropolis
  • Mike Wazowski hat Cameos in Findet Nemo, Cars, WALL.E und Toy Story 3
  • In Findet Nemo sieht man beim Zahnarzt ein Mobile aus Boos Zimmer. Ebenso Boos Teddybär
  • In Cars gibt es Monster Trucks, Inc, mit Autoversionen der Monster.
  • In WALL.E taucht Boos Müllwürfel auf
  • In Toy Story 3 sieht man Boo im Kindergarten

Verwertung des Films

  • Es gibt einen Kurzfilm Mikes New Car, der eine deletet Scene ist.
    Youtube
  • Außerdem gibt es ein Prequell: Monster University
  • Es gab ein Manga zum Film
  • Es gibt drei Computerspiele
  • Die Monster waren Teil einer Disney-Eisrevue
  • Es wurde drei Mal in den Disney-Parks verwurstet.

 

Was macht einen guten Kinderfilm aus?

Wenn konventionelles Storytelling bei Kinderfilmen nicht schlimm ist, was macht denn dann einen guten Kinderfilm aus? Wir besprechen den fehlerhaften Auftritt des Heldens, die interne Konsistenz, die Moral, den Holzhammer und den intelligenten Vortrag.

Die Monster AG besteht den Bechdel-Test nicht. Am Ende schweift Paula ab und stellt fest, dass die unendliche Geschichte viele Parallelen mit Harry Potter hat. Eyerything is a remix, und Michael Ende, du hast unser Leben zerstört:

Youtube

Lesenswert

Wikipedia-Liste der Pixar-Film-Referenzen

17 Funfacts zur Monster AG

Moviescape Filmkritik der Monster AG

Anke Groeners Filmkritik

The End

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